Wednesday, 27 February 2008
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Hallo Leserinnen und Leser!
Dies ist eine Nachricht, damit ihr euch nicht wundert und wilde Theorien über meinen Verbleib aufstellt.
Ich habe beschlossen, jetzt erstmal nicht mehr zu bloggen. Ich habe in letzter Zeit ziemlich viel Zeit dafür aufgewendet, und dazu habe ich gerade keine Lust mehr. Mich juckt es gerade furchtbar, endlich mal was "sinnvolles" mit meiner Zeit anzustellen. Meine Definition von "sinnvoll" ist recht weit gefasst, monologische Selbstbetrachtungen gehören aber nicht dazu.
Ich habe nicht nur das Gefühl, dass ich mir selbst mit endlos dauernden Formulierereien für teils banale Sachverhalte im Weg stehe, sondern auch, dass ich über dem "laut denken" hier im Blog ein wenig das "mit Leuten sprechen" über die Themen, die mir wichtig sind, vernachlässige. Weil ihr ja oft schon wisst, was gerade vor sich geht, und ich das dann nicht nochmal anspreche. Dabei finde ich Gespräche eigentlich viel aufschlussreicher, hilfreicher, lebendiger und beziehungsvertiefender.
Kurz gesagt: Es passt gerade einfach nicht mehr, das Bloggen.
Und deswegen werde ich in Zukunft lieber wieder versuchen, ein bisschen direkter mit Euch in Kontakt zu treten. Wenn ich das mal allzu sehr schleifen lasse, seid ihr hiermit offiziell befugt, mir verbal in den Hintern zu treten.
Thursday, 21 February 2008
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Stuff That Works For Me
Computerspiel mit ohne Computer
Bin immer noch bei meiner Familie, und meine Schwester ist jetzt auch da. Wir haben in den letzten Tagen viieeel Zeit mit Descent verbracht. Das ist eine Mischung aus Rollenspiel und Brettspiel - und es ist toll. :). Ein Spielszenario ("Quest") dauert allerdings im Schnitt vier Stunden (falls man nicht wie mein Vater und ich vorgestern schon nach einer Stunde vom Dark Overlord fertiggemacht wird
), so dass es kaum am Stück durchzuspielen ist.
Inhalt in Kästchen mit Pfeilen dazwischen
Ich bin auch noch am Lernen, und dabei jetzt auch leider da angekommen, wo meine Mitschriften lückenhaft und generell unschön werden, außerdem mag ich die Themen, die jetzt kommen nicht so gern. Gern mag ich dagegen meine Lernmethode: Ich organisiere all die Definitionen, Theoreme und Beweise in Concept Maps. Das macht mir Spaß und funktioniert für mich gut, weil ich da die Verbindungen zwischen den vielen Begriffen besser im Kopf behalte, und das macht es mir leichter den Kram zu lernen. Ich benutze dazu die Software CMap Tools, die für nichtkommerzielle Verwendung kostenlos zu haben und darüber hinaus überaus brauchbar ist.
Notizgewächse
Vor ein paar Tagen hab ich FreeMind installiert, eine freie Software zum Erstellen von Mindmaps. Das Ziel ist, meine Gedanken für meine berufliche Zukunft mal systematischer zu sammeln als in verstreuten Blogposts und einzelnen Zetteln, die bei mir in der Wohnung rumfliegen und irgendwann einfach verschwinden. Ich hab' noch nicht viel damit ausprobiert, es scheint brauchbar, aber was mich wirklich stört: It's simply not pretty. Also. Wenn ich eine große zentrale Ellipse habe, können dann die ganzen Äste davon nicht irgendwie rundherum weggehen, wie bei einer Sonne oder so? Anstatt nur an zwei Stellen links und rechts als viel zu dichte Gestrüppe rauszuwachsen? Das ist mir viel zu unverteilt. Und buntere, hübschere Gestaltungsmöglichkeiten würden mir auch Freude bereiten. Aber vielleicht ist es ganz gut, dass es die nicht gibt. Ich hab den leisen Verdacht, dass ich mich dann wesentlich weniger aufs Wesentliche, sprich, den Inhalt, konzentrieren würde.
Future Projects: Zu-Tun-Listen und Geografiegrafisches Adressbuch
Auf jeden Fall fühle ich mich Organisations- und Denktoolmäßig jetzt schon ganz gut ausgestattet. Jetzt fehlen nur noch:
1. Eine vernünftige ToDo-Listen-Verwaltung zwecks Überblick um einen über meine Belegarbeit (ich werd' mir dazu vielleicht mal TaskFreak! ankucken) und zum anderen über mein tägliches Leben (so ein kleines Mini-Whiteboard wäre hier hübsch).
2. Ein ordentliches Adressbuch mit Landkarte, auf der mir immer gleich die Standorte der ganzen Leute angezeigt werden (lässt sich mit Google Maps sicher zumindest irgendwie faken, aber ich weiß noch nicht, ob ich das will). Wäre cool, zum Beispiel einfach einen Ort eingeben zu können, den ich demnächst sowieso besuche, und dann gleich sehen zu können, wer von meinen Bekannten da noch in der Nähe wohnt.
Sunday, 17 February 2008
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Liste von Wikipediaeinträgen
die mir mein Firefox noch in der Adressleiste vorschlägt:Abelian Group
Abstract Algebra
Agree to Disagree
Akrostichon
Apoptose
Äquivalenzrelation
Axiom of Choice
Briefroman
Chemotherapie
Coach
Coaching
Congruence Relation
Consulting
Crustacean
Direktsuche
Feldkompetenz
Field(mathematics)
FreeMind
Group(mathematics)
Halbkörper
Honi soit qui mal y pense
HonorificImage(mathematics)
Interferon
Karriere
Kern(Mathematik)
Kernel
Kernel(algebra)
Kernel(linear operator)
Kernel(mathematics)
Kernel of a function
Klinische Sozialarbeit
Kurzwellenrundfunk
Linear Combination
Linear Transformation
Linsenauge
List of mindmapping software
Locally finite
Locally finite group
Mediation
Mindmap
Modus vivendi
Monoklonaler Antikörper
NarzissmusPersonalberatung
Proliferation
Programmierter Zelltod
Radio
Radiofrequenzband
Rational function
Regular Expression
Regulärer Ausdruck
Ring(mathematics)
Sales Coaching
Semifield
Solvable Group
Supervision
Support(mathematics)
Support function
Systemisches Coaching
Training
Tree automaton
UKW-Rundfunk
Universal Algebra
Wireless LAN
Zytostatika
Ich find's ein ganz gutes Abbild von dem, womit ich mich in den letzten Tagen beschäftigt habe. Heute bin ich, nachdem ich die letzten drei Tage eher ein wenig rumgehangen hab, auch wieder energetisch und fit. Ich hab meine drei Stunden lernen schon hinter mir und trotzdem den halben Tag noch vor mir, bin noch wach und konzentriert. Draußen scheint die Sonne - schön so. Ich hab mich heute zum ersten Mal seit Tagen freiwillig ordentlich angezogen, ohne dass ich es zwecks irgendwohingehen gemusst hätte. Ich genieße es manchmal, tagelang im Jogginganzug rumhängen zu können. Aber nach einigen Tagen fängt es dann meistens an, mir auf den Keks zu gehen.
Saturday, 16 February 2008
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Ich bin schon scheiße selbstverliebt.
Oder vielleicht ist selbstdarstellungsverliebt das bessere Wort. Selbsterzählungs- und selbsterklärungsverliebt.
Ich hab angefangen meine Korrespondenz mit C. nochmal durchzulesen. Ich glaube, seine Fragen, sein unbändiges Interesse an meinen Lebensanekdoten und Selbstbetrachtungen, das war sein größtes Geschenk an mich. Die Chance, jemandem mein ganzes Leben erzählen zu dürfen, alles was mir wichtig erscheint aus meiner jetzigen Perspektive, rückblickend alles ordnend, sinnhaft zusammengefügt darlegen zu dürfen. Ein Geschenk, mit dem ich nicht sinnvoll umgehen konnte, das mich wie von Sinnen, von mir selbst berauscht, mich an seiner Aufmerksamkeit betrinkend, monologisierend durch meine narzisstische Selbstdefinitionskonstruktionsnarrationswelt taumeln ließ.
Wenn ich unseren Austausch jetzt wieder lese, frage ich mich: War ich eigentlich die ganze Zeit nur mit mir selbst beschäftigt?
Friday, 15 February 2008
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So die generelle Lage
Neues Wort gelernt: phatisch = kontaktknüpfend und kontakterhaltend.
Ich recherchiere gerade für meine Hausarbeit "Sprachgebrauch Jugendlicher im Internet". Die letzten Tage habe ich für meine Prüfung in Syntax-directed Semantics gelernt, die mich in der ersten Aprilwoche erwartet. Die Prüfung ist mündlich, geht insgesamt über 12 SWS, also doch eine ganze Menge. Durch die Hälfte des Stoffes bin ich nun schonmal grob durch, es fehlt also noch die zweite Hälfte und dann nochmal ein ordentlicher, detaillierterer, weniger überblicksmäßiger Durchgang durch den Stoff.
Bin bei meinen Eltern zu Hause, noch eine gute Woche. Im wesentlichen lerne ich, koche, esse, mache hin und wieder was im Haushalt, gehe mit meinen Eltern spazieren, wenn das Wetter passt, Zeit ist und alle fit genug sind, und versacke abends gemeinsam mit ihnen vor dem Fernseher. Es ist entspannt und unspektakulär. Ich fühle mich eigentlich recht faul dabei die ganze Zeit. Und ich find's erholsam.
Thursday, 14 February 2008
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Woah, ich kann mich heute ja gar nicht konzentrieren! Wirklich wach geworden bin ich auch noch nicht, in den dreieinhalb Stunden, die ich nun schon irgendwie wach bin.
Dann ist heute eben ein Tag ohne Lernen.
Monday, 11 February 2008
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Ein Nachtrag von meiner Ungarnreise:
Landschbaket
Warum ist es eigentlich so, dass ein Apfel und ein Stück Brot zusammen in einem Behältnis nach kurzer Zeit diesen penetranten Geruch nach Landschbaket entfalten? Ein Apfel allein tut es ja nicht, und ein Stück Brot allein auch nicht. Für meine Hinfahrt hatte ich einen Apfel und ein paar Scheiben Brot in einer separaten Papiertüte eingepackt. Zwei Stunden später machte ich den Rucksack auf und roch: Landschbaket. Brrr.
Ich konnte den Geruch noch nie leiden. Schon als Kind, als wir immer in den Sommerferien auf der Stadtranderholung ein Landschbaket mitbekamen, an dem Tag vom Ausflug. Ich mochte das Ding schon deshalb nicht, weil ich das blöde Wort nicht einorden konnte. "Land", das verstand ich, das Ding war also ein Ding, dass man aß, wenn man raus aufs Land fuhr. Mit Schbaket konnte ich dagegen nix anfangen. Und überhaupt. Wir bekamen ja die selben Dinger, wenn es in die Stadt ging! Im Nürnberger Zoo hatten wir auch ein Landschbaket. Stadtschbaket. Landschbaket. Pf.
Manchmal, ich erinnere mich, war auch Birne statt Apfel dabei. Das war noch schlimmer. Die Birne war immer weich und zermatschte durch die Rempeleien und Quetschereien, die sie in meinem Kinderrucksack ertragen musste. Dann war ihr süß-klebriger Saft an allem anderen, was auch mit in der Tüte war: An dem Wurstbrötchen mit saurer Gurke, das inzwischen auseinandergefallen war, an der Bifiwurstpackung und an dem Getränk im kleinen Tetrapack, das mir schon deshalb unsympathisch war, weil da viel zu viel Verpackung den wenigen Inhalt umgab. Das war schlecht für die Umwelt, das wusste ich von meinen Eltern.
Meine Eltern konnten auch Essen einpacken. Bei meinen Eltern gab es Brotdosen, in denen nicht alles durcheinandergematscht wurde. Bei meinen Eltern fiel das Brot nicht auseinander, denn es war fest in Butterbrotpapier gewickelt. Bei meinen Eltern gab es eine Trinkflasche. Bei meinen Eltern hieß das Pausenbrot oder Wegzehrung oder vielleicht Proviant. Das verstand ich. Bei meinen Eltern gab es manchmal auch Apfel und Wurstbrot in der selben Brotdose. Ich kann mich nicht erinnern, dass mich das gestört hat. Warum roch das nicht nach Landschbaket? Es muss an meinen Eltern gelegen haben. Was meine Eltern einpackten, musste einfach gut sein.
Thursday, 07 February 2008
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Bücher
Im dritten Anlauf doch geschafft:
"Kassandra" von Christa Wolf
Es ist mir echt schwer gefallen, in die Geschichte reinzukommen, die Erzählweise hat es mir schwer gemacht und meine mangelnde Kenntnis griechischer Sagen. Aber als ich dann mal drin war, hat sich die Sprache als eine exzellente Sprache entpuppt, um auf die Vergangenheit zurückzuschauen. Ich passe meinen Tagebuchschreibstil oft an die Autoren an, die ich gerade lese, und mit dem Stil von Christa Wolf habe ich nun eine gute Sprache gefunden, um meine Beziehung zu C. nochmal in meinem Kopf Revue passieren zu lassen. (Und wenn jetzt jemand fragen möchte, wozu das: weil mir diese Monate im Moment schwer zugänglich sind, wirr, berauscht, unerklärlich scheinen... und weil ich nicht Ruhe geben kann, ehe ich mir meine eigene Geschichte erklärlich gemacht habe.)
Gerade angefangen:
"Miteinander reden" von Friedemann Schulz von Thun
Anne hat es mir vor Langem schon empfohlen, C. es mir vor nicht allzu Langem ausgeliehen. Erster Eindruck: Superverständlich geschrieben, lässt sich richtig gut lesen. Und: Ich bin wirklich in einem SozPäd-Haushalt aufgewachsen. Ich kann mich gar nicht mehr an die Zeiten erinnern, in denen ich nicht wusste, dass eine Äußerung immer einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat.
Ebenfalls gerade angefangen:
"Sylvie und Bruno" von Lewis Carroll
Frau kann ja nicht nur Sachbücher lesen. Alice im Wunderland ist demnächst (lies: innerhalb der nächsten zwei Jahre oder so) auch mal wieder dran.
Klolektüre:
"Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie" von Thomas Nagel
Ich hab doch tatsächlich angefangen, auf dem Klo zu lesen. Wenn Anatol auch immer so interessante Bücher dort rumliegen lässt... hm. Naja. Und allemal wird es spätestens ab dem zehnten Mal langweilig, die Beschriftung der herumstehenden Reinigungsmittelflaschen nochmal zu lesen.
Wednesday, 06 February 2008
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Zum Einordnen für diejenigen, die mich nicht so gut kennen: Religion und Glaube ist *das* von mir chronisch unbeackerte Feld in den letzten Jahren. Dabei habe ich immer mal wieder den Eindruck, dass ich schon irgendwie ein spiritueller Mensch bin, und dass es zumindest schön wäre, mich irgendwie positionieren zu können. Es wäre doch irgendwie sehr nett sagen zu können "Das und das glaube ich, und das und das glaube ich nicht." Kann ich aber nicht. Und obwohl ich das seit Jahren weiß, setze ich mich eigentlich auch nicht damit auseinander, weil ich einfach nie den Eindruck habe, dass das Thema jetzt gerade dran wäre. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass es jetzt gerade besonders dran ist (höchstens vielleicht ein bisschen dran). Wenn ich mir also einen Stempel aufdrücken müsste, dann würde ich vermutlich den mit der Aufschrift "lauwarme Agnostikerin" wählen. Ich fühle mich nicht nur agnostisch in dem Sinn, dass für mich die Existenz einer irgendwie gearteten höheren Macht völlig ungeklärt ist, sondern auch noch lauwarm, denn ich bin auch unentschieden, ob das für mich wirklich ungeklärt ist und ob das überhaupt relevant ist.
Nichtsdestotrotz gehe ich aber gerne in Gottesdienste. Zumindest, wenn schöne Lieder gesungen werden oder die Predigt interessant ist, oder beides. Und ich mag Rituale und ich finde das Abendmahl ist ein ausgesprochen schönes Ritual.
Gottesdienst in der Calvary Chapel
So. Die Calvary Chapel ist der Ableger einer amerikanischen Kirche in Budapest, komplett mit importiertem amerikanischem Pfarrer. Die Lieder waren ungarisch, aber die englische Übersetzung wurde per Beamer auf einer Leinwand eingeblendet. Die Predigt war auf englisch (und alle paar Sätze gab es eine Übersetzung ins Ungarische), ich habe also sogar was verstanden. Und ja, also es war einfach völlig anders, als jeder Gottesdienst, den ich aus Deutschland kenne.
Am bemerkenswertesten fand ich die völlig lockere und heitere Atmosphäre. Das ganze fand in einem alten, etwas heruntergekommenen Kinosaal statt und im Kiosk vor dem Saal wurden vorher und nachher und teils auch während des Gottesdienstes günstig Getränke und Essen verkauft. Es waren jede Menge Leute da, und sie alle schienen da zu sein, weil sie gerne da waren, es genossen, interessant fanden, nette Leute dort trafen, und kein bisschen nur weil man es eben Sonntags so macht. Im Kinosaal war ein Kommen und Gehen und Sich Unterhalten, auch während des ersten Teils des Gottesdienstes, dem Lobpreis, wo zu rhythmischer Trommelbegleitung eingängige Lieder gesungen wurden. Und das war auch völlig okay so, schien gewollt zu sein, denn die Türen standen sperrangelweit offen.
Erst zur Predigt wurden dann die Türen geschlossen, man setzte sich hin und hörte zu. Die Predigt nahm dann den gesamten zweiten Teil des Gottesdienstes ein, der insgesamt sicher zwei Stunden gedauert hat, mir aber irgendwie viel kürzer vorkam. Dem Typen konnte man nämlich echt gut zuhören... und die Predigt war nicht nur durchdacht*, sondern auch verständlich formuliert, ohne (für mich) überflüssigen Pathos, dafür aber mit einem guten Schuss Humor. Mehr Humor als ich je in Deutschland in einer Predigt erlebt habe. Und Bodenhaftung, Menschlichkeit.
Der Pfarrer trug auch keinen Talar, schien nicht als ein abgehobener Repräsentant der Kirche, sondern als ein Gemeindemitglied mit Erfahrungs- und Wissensvorsprung zu sprechen. Total angenehm. Und ich kenne das sonst nur aus der evangelischen Jugend, nicht aus großen Gottesdiensten mit allen möglichen Leuten.
Was mich allerdings sehr irritiert hat, war die völlige Abwesenheit von Liturgie, von etwas ritualhaftem im Ablauf. Der Ablauf beschränkte sich auf: Erst singen, währenddessen so eine Art Abendmahl, dann ein Gebet, dann Predigt und dann ein abschließendes "finito, you can go now" von Seiten des Pfarrers. Also dieses Ende war mir zu abrupt, und hm.... also ein bisschen Brimborium mag ich wohl doch ganz gerne, den Segen am Schluss habe ich vermisst.
Vermisst habe ich auch den großen Abendmahlskreis, den ich gewohnt bin, in dem man sich an den Händen fasst und nach und nach aus dem gleichen Kelch trinkt, dieses Gemeinschaftige am Abendmahl. Dort hat sich einfach jeder der wollte irgendwo einen Miniplastikbecher mit Wein geholt und den dann auf seinem Platz runtergekippt, wenn ihm dann der Moment richtig schien. Neee, sorry. Also da bin ich Traditionalistin. Das ist doch kein Abendmahl, also wirklich!
Zusammenfassend: Ich fand's wirklich sehr interessant, und falls ich je in die Verlegenheit kommen sollte, einen Gottesdienst gestalten zu müssen (ähäm... hust... räusper... okay... das ist unwahrscheinlich
), dann wüsste ich jetzt wieder ein bisschen besser, welche Aspekte ich wie umsetzen wollen würde.
*Was nicht heißen will, dass ich dem Menschen in jedem Punkt zustimmen konnte, neee, aber durchdacht war es trotzdem.
Monday, 04 February 2008
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*gaehn*
Guten Morgen.
Ich fuehl mich hier (in Budapest bei Anne) wie im Urlaub (ich bin's ja auch
),
und wach bin ich auch noch nicht so richtig. Anne wohnt im Wohnheim,
und im Wohnheim wohnen auch Rechner, von denen man kostenlos ins
Internet kann, und bevor wir heute aufbrechen (Palatschinken essen, ins
Thermalbad gehen und dann ins Cafe mit dem netten, gutaussehenden
Kellner) froehnen wir beide noch ein wenig unserem
Kommunikationsbeduerfnis.
Gestern waren wir im Zirkus (und danach hatte ich das totale Rumturnbeduerfnis
) und ausserdem waren wir morgens im Gottesdienst der Calvary Chapel. Dazu spaeter mehr... ist noch nicht fertiggeschrieben und jetzt machen wir uns erstmal auf die Socken.
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